Aktuelles

Montag, 03.12.2018, 15:10

Neue Internetseite der dgs-Landesgruppe Hessen



Ab sofort präsentiert sich die dgs-Landesgruppe mit ei...

Montag, 15.10.2018, 19:00

Bildungsnotstand in Deutschland!



Die Delegiertenversammlung der Deutschen Gesellschaft ...

Samstag, 13.10.2018, 12:26

Praxis Sprache, Heft 4/2018



Das Heft 4/2018 der dgs-Sprachheilarbeit "Praxis ...

Mittwoch, 19.09.2018, 16:16

Am Tag vor dem dgs-Bundeskongress in Rostock


Tagung des Hauptvorstandes im Radisson Blu Hotel

Samstag, den 26.05.2018 10:00

Alter: 202 Tag(e)


(zur kleinen Anfrage der AfD vom 22.03.2018 im Bundestag)

Es war das Brandenburger Tor, durch das am Abend des 30. Januar 1933 Verbände von SA, SS und "Stahlhelm" mit Fackeln marschierten, um die Machtergreifung Hitlers zu feiern. Es war das Brandenburger Tor, auf dem am 2. Mai 1945 die rote Fahne wehte als Symbol des Sieges über Nazideutschland, das rund sechs Millionen Juden ermordet hatte. Es war das Brandenburger Tor, das 1989 geöffnet wurde als Symbol für ein besseres, zivilisiertes, demokratisches, für ein vereintes Deutschland.  
  
  Die Demonstrations- und Meinungsfreiheit sind hohe Güter. Ohne Not über Verschärfungen nachzudenken wäre fahrlässig. Aber nach solchen Aktionen der AfD wäre Nichtstun noch fahrlässiger:  
 
  Am 22. März stellte die AfD im Bundestag eine kleine Anfrage, die in aller Deutlichkeit zeigt, welch Geistes Kind die AfD ist: Die Abgeordneten Nicole Höchst, Franziska Gminder, Jürgen Pohl, Verena Hartmann sowie die gesamte AfD-Bundestagsfraktion unter Leitung Alice Weidels und Alexander Gaulands möchten von der Bundesregierung wissen, wie viele Menschen in Deutschland als schwerbehindert gelten, um dann Mutmaßungen über die Auswirkungen „inzestuöser Verhältnisse“ innerhalb Migranten-Familien anzustellen.  
  Die Anfrage bezieht sich auf eine Zunahme von Menschen mit Schwerbehindertenausweis in der Bundesrepublik um 0,9 Prozent von 2012 bis zum Jahr 2015. Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt. Die Fragen der AfD allerdings suggerieren dabei, dass die Ursache für die Zunahme von Menschen mit Behinderung in der großen Zahl aufgenommener Geflüchteter liege, die angeblich Ehen innerhalb der Familien eingingen, was wiederum zu „Inzest“ und Behinderungen führe.  
 
   Als „einfach nur schäbig“ bezeichnet Corinna Rüffer, Sprecherin für Behindertenpolitik der Grünen im Bundestag, dass nun auch „Menschen mit Behinderungen für die rassistischen und menschenfeindlichen Ansichten der AfD herhalten müssen.“ Wie bei beinahe allen Vorstößen der AfD, sei auch hier die Botschaft klar, so Rüffer: „Wir hassen Migrantinnen und Migranten und wollen diese Gesellschaft spalten.“  
 
  Allzu überraschend kommt dieser Vorstoß allerdings nicht: Um Muslime, Migranten und Geflüchtete abzuwerten, verbreiten Rechtsextreme und Rechtspopulisten gerne die rassistische und gefährliche Erzählung des „unzivilisierten und dummen Fremden“, um so die Überlegenheit des eigenen „Volks“ (nach ihrer Definition) herauszustellen. Diese Erzählung ähnelt stark der NS-Ideologie.  In ihrem Hunger nach Aufmerksamkeit trampelt die AfD auf der Würde der Menschen herum. In welcher Welt und in welcher Zeit leben wir? Ist es schon wieder salonfähig Menschen herab zu würdigen. Gewalt und Gewaltbereitschaft in unserem Lande wie auch in der Weltpolitik sind an der Tagesordnung. Wir quälen uns zum Beispiel mit der Aufarbeitung einer rechtsterroristischen Organisation NSU. Wir erleben, wie Asylbewerberunterkünfte niedergebrannt und Flüchtlinge angegriffen werden. In den letzten Jahren fast tagtäglich.  
 
  Darüber hinaus müssen wir erkennen, dass Funktionäre der AfD mit Aussagen auffallen, die wir im politischen Alltagsdiskurs bisher zu Recht als unaussprechbar empfunden haben. Die Enthemmung und Enttabuisierung schreitet voran. Die Sprache der Fremden- und Menschenfeinde wird immer brutaler und vulgärer. Sprache ist für uns Sprachheilpädagogen nicht nur unser Betätigungsfeld im Sinne der professionellen Auseinandersetzung mit Sprachauffälligkeiten, Sprachentwicklungsstörungen und kommunikativen Einschränkungen.  
 
  Sprache und klare Worte müssen auch unser schärfstes Schwert gegen die Auswüchse der  menschenverachtenden Sprache einer AfD sein!  
 
   
Lesen Sie hier auch die Pressemitteilung des vds (Verband Sonderpädagogik e.V.)