Landesgruppe Thüringen
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Montag, 13.05.2013, 10:49

Forschung Sprache - Heft 1/2013



Ab sofort steht allen Mitgliedern der Deutschen Gesel...

Dienstag, 02.04.2013, 22:40

Pressemitteilung - April 2013


Inklusive Beschulung braucht exklusive Professionalität

Donnerstag, 14.03.2013, 20:01

Sitzung des dgs-Hauptvorstandes in Kiel



Kiel: Vom 14. bis 16. März 2013 tagt der Hauptvo...

Mittwoch, 06.03.2013, 10:00

Call for Papers



Die Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dg...

Sonntag, den 15.07.2012 08:00

Alter: 310 Tag(e)

Von: Geschäftsführender Vorstand


Inklusion durch Sprachförderung im Unterricht und durch sprachtherapeutischen Unterricht


Mit einer Pressemitteilung (vom 21.6.2012) reagiert der Deutsche Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (dbs) auf den Koalitionsvertrag 2012 – 2017 von SPD und Bündnis Grüne/Die Grünen in NRW, mit dem mehr gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe verwirklicht werden soll.

 
Die Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs) stellt dazu fest:

Sicherlich erfordert die Umsetzung inklusiver Bildung grundlegende Veränderungen im Schulsystem und im Hinblick auf die zu leistenden Aufgaben der Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen in allen Schulen. Die Auslagerung der Aufgabe der individualisierten Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Sprachbehinderungen allerdings an Therapeutinnen und Therapeuten des Gesundheitssystems unter dem institutionellen Dach der inklusiven Schule würde dem originären Anspruch eines inklusiven Bildungssystems zuwider laufen. Eine optimale Förderung betroffener Kinder und Jugendlicher gelingt nur durch eine Verbindung von therapeutischen Zielen und Bildungszielen. Eine angemessene pädagogische Ausbildung ist für weite Teile dieser Verbindung und deren Planung, Strukturierung und jeweils notwendigen Akzentuierung unverzichtbar. Maßnahmen der äußeren Differenzierung im inklusiven Unterricht durch Gesundheitsberufe entsprechen dem Jahrzehnte lang in der sonderpädagogischen Forschung kritisierten additiven Verhältnis von Unterricht und Therapie. Insbesondere im Förderschwerpunkt Sprache entspricht die separate Logopädie/Sprachtherapie ohne Bezug zu Unterrichtsinhalten dem mittlerweile veralteten „Pullout-Modell“.

 

In Deutschland sind wir eigentlich schon weiter. Es wurden Konzepte unterrichts-integrierter Sprachtherapie entwickelt (z.B.: Der sprachtherapeutische Unterricht, dgs 1999), die unmittelbar im Unterricht Lerninhalte zur individuellen und spezifischen Sprachförderung aufgreifen.  Diese Konzepte, die auch im inklusiven Unterricht einsetzbar sind, liegen in Deutschland bereits elaboriert und evaluiert durch die schulische Sprachheilpädagogik vor. Die sonderpädagogische Forschung und Praxis mit dem Förderschwerpunkt Sprache entwickelte evidenzbasierte, unterrichtsintegrierte und auf Lehr- und Rahmenplänen der Regelschulen basierende Methoden und Konzepte der individualisierten Sprachförderung in der inneren Differenzierung. 
Das Bildungssystem in Deutschland muss seine Aufgaben in der Gesellschaft erfüllen. Die Aufgabe der Ermöglichung von Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit Sprachbehinderungen wird im schulischen Kontext derzeit überwiegend von darauf spezialisierten Pädagoginnen und Pädagogen erfüllt. Zukünftig sollten Sprachtherapeutinnen und Sprachtherapeuten gemeinsam mit Sprachheilpädagoginnen und Sprachheilpädagogen in multiprofessionellen Teams ihre jeweilige Kompetenz in  inklusiven Settings zum Wohle und mit dem Ziel größtmöglicher Teilhabe betroffener Kinder und Jugendlicher einbringen.
Die dgs wird in Kürze in einem Positionspapier die Perspektiven der Vernetzung zwischen Sprachheilpädagogik, Sprachtherapie und Schule dezidiert aufzeigen. Durch eine enge, gut geplante und klar strukturierte Kooperation der unterschiedlichen Professionen im Feld der sprachlichen Förder- und Interventionsmaßnahmen kann Inklusion in diesem Handlungsfeld wirklich zum Gewinn für die Betroffenen werden.